Zweikommasieben # 13

SFr. 12.00

Herrscht die reine Willkür? Oder handelt es sich um Einheitsbrei? Je nachdem mit wem man über die Auswahl der in diesem Magazin porträtierten, interviewten und mitwirkenden Künstlerinnen spricht, fällt die Reaktion mal so, mal so aus. Dabei liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen: Der Output der Musiker könnte unterschiedlicher kaum sein – man vergleiche beispielsweise Beatrice Dillon und Norbert Möslang, die beide in unserer elften Ausgabe vertreten waren. Gleichzeitig bewegen sie sich in ähnlichen Sphären und verkehren, wie Luke Younger aka Helm im Interview in diesem Magazin bemerkt, «an den gleichen Orten».

Zudem finden wir beim Zusammenstellen unseres Magazins immer wieder gemeinsame Bezugspunkte und ähnliche Themen bei den verschiedenen Gesprächspartnerinnen – was jeweils wie von selbst einen gewissen thematischen Fokus entstehen lässt. Auch bei dieser Ausgabe war das nicht anders. Beispielsweise sprechen Aïsha Devi und Mathew Dryhurst beide über den Vertrieb von Musik beziehungsweise Medien im Allgemeinen. Und Lumisokea und Lustmord wollen beide gleichermassen Dub als Einflussgrösse in ihrem Schaffen verstanden wissen. Die zitierte Bemerkung von Young jedoch verleitet uns dazu, einige Überlegungen zur Frage der Nähe zwischen den hier vertretenen Künstlern anzustellen. Die Plattenbörse Discogs bietet sich dafür an – nicht zuletzt, weil sich einige unter uns dort stundenlang durch die Kataloge obskurer Labels und Projekte hyperaktiver Musikerinnen klicken. Wir haben also versucht, die kürzesten Verbindungen zwischen den in dieser Ausgabe versammelten Künstlern zu reproduzieren. Uns bekannte, mögliche räumliche Abkürzungen und soziale Verbindungen haben wir, sofern nicht ebenfalls auf Discogs nachvollziehbar, bewusst weggelassen. Zudem galt es, nie denselben Weg zweimal zu gehen.